Apple
iPhone, Dienste und ein geschlossenes Ökosystem
Was ist das?
Apple wurde 1976 von Steve Jobs, Steve Wozniak und Ronald Wayne gegründet und ist heute eines der wertvollsten Unternehmen der Welt. Das Geschäft ruht auf dem iPhone (rund die Hälfte des Umsatzes), Mac, iPad, Wearables (Apple Watch, AirPods) und einem schnell wachsenden Dienstegeschäft (App Store, iCloud, Apple Music, Apple Pay, Garantien). Produkte werden überwiegend von Auftragsfertigern in Asien gebaut.
Wie verdient das Unternehmen Geld?
Apple verdient an Hardware mit hohen Margen und zunehmend an wiederkehrenden Diensteumsätzen, die an die installierte Basis von über zwei Milliarden aktiven Geräten gekoppelt sind. Der Wert für Aktionäre entsteht aus Gewinnen, die zu einem großen Teil als Dividende und vor allem über Aktienrückkäufe (rund 100 Mrd. USD pro Jahr) zurückfließen – Rückkäufe erhöhen den Gewinn je verbleibender Aktie.
Was beeinflusst den Preis?
- Nachfrage nach iPhones und Erneuerungszyklen
- Wachstum und Regulierung des App Stores (EU Digital Markets Act, US-Kartellverfahren)
- Zölle und Lieferketten (Fertigung in China, Indien, Vietnam)
- Wechselkurse – ein Großteil des Umsatzes entsteht außerhalb der USA
- Erfolg neuer Kategorien (KI-Funktionen, Vision Pro) und Konkurrenz durch Samsung, Google, chinesische Hersteller
Chancen
- Sehr loyale Kundenbasis und Ökosystem-Bindung
- Dienstegeschäft mit hohen Margen und wiederkehrenden Umsätzen
- Enorme Cashflows, die Rückkäufe und Dividenden finanzieren
Risiken
- Abhängigkeit vom iPhone – ein Produkt dominiert den Umsatz
- Regulierung der App-Store-Gebühren kann das Dienstegeschäft schmälern
- Geopolitik: Produktion und Absatz in China
- Reifer Markt: Wachstum kommt vor allem aus Preis und Diensten, nicht aus Stückzahlen
- Bewertung preist Stabilität ein – Enttäuschungen werden bestraft
Kennzahlen – und was sie bedeuten
- Umsatz Geschäftsjahr 2024 (endete 28. Sept. 2024)
- 391,0 Mrd. USD
- Nettogewinn GJ 2024
- 93,7 Mrd. USD
- Dividende
- rund 1 USD je Aktie und Jahr (quartalsweise)
- Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)
- schwankt – bitte aktuell nachschlagen
- Börsenwert
- über 3 Billionen USD (erstmals Juni 2023)
Davon iPhone rund 201 Mrd., Dienste rund 96 Mrd. USD. Zum Vergleich GJ 2023: 383,3 Mrd. USD.
Stand: Geschäftsbericht (10-K) November 2024
Nettomarge rund 24 %. Enthält eine einmalige Steuernachzahlung in der EU von rund 10 Mrd. USD (EuGH-Urteil 2024).
Stand: Geschäftsbericht November 2024
Dividendenrendite unter 1 % – Apple gibt deutlich mehr über Rückkäufe zurück als über Dividenden.
Stand: 2024/2025
Lag in den 2010ern oft bei 10–15, seit 2020 meist über 25: Der Markt bewertet Apple inzwischen wie ein Dienste-Unternehmen.
Stand: bewusst keine Tageszahl
Marktkapitalisierung = Kurs × Aktienzahl. Apple war 2011–2024 meist das wertvollste Unternehmen der Welt, 2025 zeitweise von Nvidia überholt.
Stand: Marktdaten, gerundet
Historische Entwicklung
1976
Gründung in Kalifornien; 1977 Apple II, 1984 Macintosh.
1980
Börsengang.
1997
Steve Jobs kehrt zurück; Apple steht kurz vor der Pleite, Microsoft investiert 150 Mio. USD.
2001–2007
iPod, iTunes Store, dann 2007 das iPhone – der Beginn des heutigen Geschäftsmodells.
2008/09
Finanzkrise: Kurs fällt um über 50 %, danach jahrelanger Aufstieg.
2011
Tim Cook wird CEO; Tod von Steve Jobs.
2018
Erstes Unternehmen mit 1 Billion USD Börsenwert.
2020
Corona-Crash (−30 % in einem Monat), danach Rekordgewinne durch Homeoffice-Nachfrage; 4:1-Aktiensplit.
2024
EuGH bestätigt Steuernachzahlung von 13 Mrd. € an Irland; EU-DMA zwingt zur Öffnung des App Stores.
Denkbare Szenarien (keine Prognose)
Dienste tragen das Wachstum
Hardware stagniert, aber Dienste wachsen zweistellig weiter – die Bewertung als „Abo-Unternehmen“ bleibt gerechtfertigt.
Regulierung und Zölle drücken
App-Store-Gebühren sinken, Zölle verteuern die Produktion, die Margen schrumpfen.
Neue Kategorie zündet
KI-Funktionen oder ein neues Gerät lösen einen Erneuerungszyklus aus – wie das iPhone 2007.