Nvidia
Chips für Grafik und künstliche Intelligenz
Was ist das?
Nvidia wurde 1993 in Kalifornien gegründet (Jensen Huang, Chris Malachowsky, Curtis Priem) und entwickelt Grafikprozessoren (GPUs). Ursprünglich für Computerspiele gedacht, eignen sich GPUs wegen ihrer parallelen Rechenarchitektur besonders für das Training und den Betrieb von KI-Modellen. Nvidia entwirft die Chips, lässt sie aber von Auftragsfertigern wie TSMC produzieren („fabless“).
Wie verdient das Unternehmen Geld?
Der Umsatz kommt überwiegend aus dem Verkauf von Beschleunigerchips und kompletten Systemen an Rechenzentren (Cloud-Anbieter, KI-Unternehmen). Weitere Segmente: Gaming-Grafikkarten, professionelle Visualisierung, Automotive. Ein wichtiger Wettbewerbsvorteil ist die Software-Plattform CUDA (seit 2006/07), auf der ein großer Teil der KI-Software aufsetzt – das bindet Kunden.
Was beeinflusst den Preis?
- Investitionen der großen Cloud- und KI-Anbieter in Rechenzentren (Kundenkonzentration: wenige Großkunden stehen für einen erheblichen Umsatzanteil)
- US-Exportkontrollen für fortgeschrittene Chips, insbesondere nach China
- Wettbewerb durch AMD, eigene Chips der Cloud-Anbieter (Google TPU, Amazon Trainium) und Start-ups
- Fertigungskapazitäten bei TSMC und geopolitische Lage in Taiwan
- Zinsniveau und Risikobereitschaft an den Märkten – Wachstumsaktien reagieren stark auf Zinserwartungen
Chancen
- Anhaltend hohe Nachfrage nach KI-Rechenleistung
- Software-Ökosystem als Burggraben
- Ausweitung in neue Felder (Robotik, autonomes Fahren, Netzwerktechnik)
Risiken
- Zyklische Halbleiterbranche: Nach Investitionswellen folgten historisch Einbrüche (z. B. 2018/19 und 2022)
- Hohe Bewertung: Der Kurs preist jahrelanges starkes Wachstum ein – Enttäuschungen werden hart bestraft
- Abhängigkeit von wenigen Kunden und einem Fertiger
- Regulierung, Exportbeschränkungen, Handelskonflikte
- Konkurrenztechnologien und sinkende Preise je Rechenleistung
Kennzahlen – und was sie bedeuten
- Umsatz Geschäftsjahr 2025 (endete 26. Jan. 2025)
- 130,5 Mrd. USD
- Nettogewinn GJ 2025
- 72,9 Mrd. USD
- Anteil Rechenzentren am Umsatz GJ 2025
- rund 88 % (115,2 Mrd. USD)
- Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)
- schwankt stark – bitte aktuell nachschlagen
- Aktiensplit
- 10:1 im Juni 2024
Gesamter Verkaufserlös eines Jahres. Zum Vergleich: GJ 2024 waren es 60,9 Mrd. USD, GJ 2023 27,0 Mrd. USD.
Stand: Geschäftsbericht (10-K) Februar 2025
Was nach allen Kosten und Steuern übrig bleibt. Die Nettomarge (Gewinn/Umsatz) von über 50 % ist für Hardware außergewöhnlich hoch.
Stand: Geschäftsbericht Februar 2025
Zeigt die Abhängigkeit vom KI-Boom. Gaming war mit 11,4 Mrd. USD das zweitgrößte Segment.
Stand: Geschäftsbericht Februar 2025
Kurs je Aktie geteilt durch Gewinn je Aktie. Ein hohes KGV heißt: Der Markt erwartet weiteres starkes Wachstum. Es sagt nichts darüber, ob diese Erwartung eintrifft.
Stand: wird hier bewusst nicht als Zahl angegeben (tagesabhängig)
Aus einer Aktie wurden zehn; der Wert des Unternehmens bleibt gleich, nur der Kurs je Aktie ist ein Zehntel. Historische Kurse vor dem Split sind entsprechend angepasst.
Stand: Unternehmensmitteilung 2024
Historische Entwicklung
1993
Gründung in Kalifornien.
1999
Börsengang (Nasdaq) und GeForce 256 – von Nvidia als „erste GPU der Welt“ vermarktet.
2006/2007
CUDA: GPUs werden für allgemeine Berechnungen programmierbar – Grundlage des späteren KI-Geschäfts.
2012
AlexNet gewinnt den ImageNet-Wettbewerb – trainiert auf Nvidia-GPUs. Deep Learning nimmt Fahrt auf.
2018–2019
Einbruch nach dem Ende des Krypto-Mining-Booms und Lagerüberhängen: Der Kurs halbierte sich zeitweise.
2022
Zinswende und Nachfrageschwäche im Gaming: Der Kurs fiel im Jahresverlauf um mehr als 50 %, bevor der KI-Boom begann.
Mai 2023
Börsenwert erstmals über 1 Billion USD, nach einem Ausblick mit stark steigender Rechenzentrumsnachfrage.
Juni 2024
Börsenwert über 3 Billionen USD; 10:1-Aktiensplit.
2025
Börsenwert zeitweise über 4 Billionen USD – zwischenzeitlich wertvollstes Unternehmen der Welt. Gleichzeitig Debatten über Exportkontrollen und Überinvestitionen in KI.
Denkbare Szenarien (keine Prognose)
KI-Nachfrage bleibt hoch
Rechenzentren investieren weiter, Nvidia hält Marktanteil und Margen. Dann könnte das Unternehmen in seine Bewertung hineinwachsen.
Investitionszyklus kippt
Kunden haben Kapazitäten aufgebaut, die Nachfrage normalisiert sich, Preise fallen durch Wettbewerb. Historisch folgten auf Halbleiter-Booms deutliche Rückgänge.
Geopolitik
Schärfere Exportregeln oder ein Konflikt um Taiwan treffen Umsatz und Lieferkette direkt.