Lernwelt 1 · Geld verstehen · Lektion 1
Was ist Geld?
Drei Aufgaben, eine Grundlage: Vertrauen
Lernziele
- Die drei Aufgaben von Geld erklären können
- Verstehen, warum ein Euro-Schein wertvoll ist, obwohl das Papier fast nichts kostet
- Bargeld und Kontoguthaben unterscheiden
Stell dir vor, du bäckst Brot und brauchst neue Schuhe. Ohne müsstest du einen Schuhmacher finden, der gerade Brot will. Mit Geld ist das einfach: Du verkaufst Brot an irgendwen, bekommst Euro – und kaufst damit Schuhe, wo du willst.
Geld ist das, was alle als Bezahlung annehmen. Es muss nicht aus Gold sein – es muss nur jeder akzeptieren.
Die drei Aufgaben von Geld
- Tauschmittel: Du bezahlst damit, statt Waren gegen Waren zu tauschen.
- Recheneinheit: Alle Preise stehen in Euro. So kannst du vergleichen, ob ein Kaffee für 3 € teuer ist.
- Wertaufbewahrung: Du kannst heute verdientes Geld morgen, nächsten Monat oder in zehn Jahren ausgeben.
Interaktiv
Teste selbst: Was taugt als Geld?
Wähle einen Gegenstand und sieh, wie gut er die drei Aufgaben erfüllt.
Wird überall im Euroraum angenommen, gesetzliches Zahlungsmittel.
Alle Preise, Löhne und Verträge stehen in Euro.
Verliert durch Inflation langsam an Wert – bei 2 % pro Jahr die Hälfte in etwa 35 Jahren.
8 von 9 Punkten. Vollwertiges Geld. Schwäche: die Kaufkraft sinkt mit der Inflation.
Warum ist ein 50-Euro-Schein 50 Euro wert?
Das Papier und die Druckfarbe kosten nur ein paar Cent. Trotzdem gibt dir jeder Laden dafür Waren im Wert von 50 €. Der Grund ist Vertrauen: Du nimmst den Schein an, weil du sicher bist, dass alle anderen ihn auch annehmen. Dazu kommt, dass der Euro ist und der Staat Steuern in Euro verlangt.
Bargeld und Kontogeld
Die meisten Menschen haben viel mehr Geld auf dem Konto als im Portemonnaie. Kontoguthaben heißt : Es sind Zahlen in der Datenbank deiner Bank, die ein Versprechen darstellen – die Bank schuldet dir diesen Betrag. dagegen kommt direkt von der Zentralbank. Beides ist Geld, aber nicht ganz dasselbe.
Beispiel · Zigaretten als Geld
In Deutschland wurden nach 1945 Zigaretten zum Geld: Jeder nahm sie an, man konnte Preise darin angeben („ein Pfund Butter = 20 Zigaretten“) und sie hielten sich eine Weile. Sobald 1948 die D-Mark kam, verschwand das Zigarettengeld – die neue Währung erfüllte die Aufgaben besser.
Spielgeld bei Monopoly erfüllt alle drei Aufgaben – aber nur am Spieltisch. Geld ist immer eine Übereinkunft innerhalb einer Gruppe von Menschen.
Quellen und weiterführende Literatur
- Deutsche Bundesbank: „Geld und Geldpolitik“ (Schülerbuch, Kapitel 1–2)
- EZB: Definition der Geldmengenaggregate M1–M3
- Georg Friedrich Knapp: Staatliche Theorie des Geldes (1905)
- N. Kiyotaki, R. Wright: On Money as a Medium of Exchange, Journal of Political Economy 97 (1989)
- Milton Friedman: The Island of Stone Money, Hoover Institution Working Paper (1991) – zu den Rai-Steinen